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6. April 2006: 100. Todestag des norwegischen Goethe – Der norwegische Autor Alexander L. Kielland

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Der norwegische Autor Alexander L. Kielland

Bad Schwartau (pts/30.03.2006) Als Goethe Norwegens wird er gern bezeichnet und ist auch noch heute einer der meistgelesenen Schriftsteller Norwegens. Die Rede ist von Alexander L. Kielland, dessen Todestag vor 100 Jahren am 6. April 1906 liegt. In diesen Tagen erscheint seine Novelle “Schnee” in der WFB Verlagsgruppe Ltd, http://www.wfb-verlag.de.

In Norwegen wird Kielland bis heute gelesen, in Deutschland aber ist er kaum bekannt. Das möchte der Bad Schwartauer Verlag mit einer auf zehn Bänden angelegten Werkausgabe gern ändern.

Bisher sind “Jakob”, “Else – Eine Weihnachtsgeschichte” und “Novellen” erschienen. Der vierte Band “Schnee” ist ab Anfang April überall erhältlich. Ziel ist es, bis Oktober diesen Jahres alle zehn Bände vorzulegen. Alle Ausgaben sind neu überarbeitet und um ein Nachwort des Herausgebers Rudolf Wolff ergänzt.

Das Buch:
“Schnee” thematisiert die Situation der Frauen innerhalb der Gesellschaft. Insbesondere die Unterordnung in der herrschenden Schicht wird vorgeführt. Ähnlich wie in seinen anderen Werken versucht Kielland Verständnis für die Benachteiligten in der Gesellschaft, in diesem Fall die wohlhabenden Frauen, zu wecken.

Der Autor:
Alexander L. Kielland, geboren am 18. Februar 1849, stammt aus einer alten wohlhabenden Patrizierfamilie in Stavanger. Nach seinem Jurastudium übernahm er eine Ziegelei vor den Toren Stavangers. Diese Lebensphase ermöglichte es ihm, sich mit der Literatur zu beschäftigen. Dabei beeindruckten ihn besonders die Werke von Sören Kierkegaard und Heinrich Heine, aber auch mit Balzac, Zola und Dickens hat er sich auseinandergesetzt.

In diesen Jahren wurde er mit den Problemen seiner Lohnarbeiter in der Ziegelei konfrontiert. Die Kenntnis von diesen Lebensbedingungen und die Lektüre bürgerlicher Literatur mit sozialreformerischen Ansätzen haben den Nährboden für Kiellands literarische Arbeiten gelegt.

Die Reaktionen auf seinen ersten Novellenband waren bei Lesern und Kritikern überwältigend. Kurz danach kamen die Romane “Garman & Worse”, “Arbeiter”, die Abraham Lövdahl-Trilogie, “Schiffer Worse” und “Jakob” sowie weitere Novellen heraus. Hier sind besonders “Schnee” und die Weihnachtsgeschichte “Else” hervorzuheben.

Den literarisch größten Erfolg erzielte Kielland mit der Roman-Trilogie “Abraham Lövdahl”, die zwischen 1883 und 1887 seine Stellung als gesellschaftskritischer Schriftsteller manifestierte und seinen Ruf, ein Klassiker der norwegischen Literatur zu sein, bis heute rechtfertigt. Der letzte Teil der Trilogie und vor allem der Roman “Jakob” (1891) haben zwar nach dem Erscheinen heftige Diskussionen ausgelöst, aber die erhoffte literarische und politische Wirkung ist ausgeblieben. Die Zeitgenossen lehnten gerade diese beiden Werke ab.

Die Tatsache, dass die Anfeindungen seitens der Kritiker an Heftigkeit zugenommen hatten und die Erkenntnis, dass die Literatur insgesamt wenig Wirkung zeigte, veranlasste ihn die Arbeit als Schriftsteller aufzugeben. Ab 1891 bewies er zuerst als Bürgermeister in seiner Geburtsstadt Stavanger und dann als Landrat in Romsdahl, dass er seinen in allen Werken propagierten Idealen treu geblieben war. Er starb mit 57 Jahren am 6. April 1906 in Bergen.

Noch heute ist Alexander L. Kielland einer der meistgelesenen Schriftsteller in Norwegen. In Deutschland lobte ihn Theodor Fontane und Thomas Mann verewigte Kielland, indem er ganze Passagen seines Werkes in “Buddenbrook” übernahm und neu umsetzte.

Der Verlag:
Rudolf Wolff, selbst Autor von einigen Regalmetern Büchern, hat seinen noch sehr jungen Verlag im April 2005 gegründet. Nach weniger als 12 Monaten hat der Verlag bereits 30 Bücher erfolgreich herausgegeben. Das Spektrum reicht von Goethe über Biographien bis hin zu christlicher Literatur.

Das Werk “Schnee” ist in der Reihe “Literarische Tradition erschienen. Die Werkausgabe ist vorerst das umfangreichste Projekt für den jungen Verlag. Ebenfalls in dieser Reihe erschienen sind “Menzel, der Franzosenfresser” von Ludwig Börne, “Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski” von Heinrich Heine mit den Zeichnungen von Julius Pascin, “Ludwig Börne – Eine Denkschrift” sowie Essays und Vorträge über Ernst Barlach, Anette Kolb, Bonsels und Thomas Mann.

In Vorbereitung für dieses Jahr sind unter anderem “Else von der Tanne” von Wilhelm Raabe, “Bozena” von Marie von Ebner-Eschenbach, “Selbstbetrachtungen” und “Mein Weg als Deutscher und Jude” von Jakob Wassermann, “Lienhard und Gertrud” und “Wie Gertrud ihre Kinder lehrt” von Johann Heinrich Pestalozzi.

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Written by calligrapher

March 30, 2006 at 6:07 pm

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