Journal of Ottoman Calligraphy

Lectures & Editorials on Calligraphy

Archive for July 2005

Verfehlungen

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Die Sünde, Haram, ist die Verfehlung des Menschen, wobei er auf die
Stufe des Ignoranten hinabsteigt. Gäbe es die Gnade mit dem Freispruch
nicht, einhergehend mit der Tat einer Wiedergutmachung als
Gegenleistung für die Verfehlung, so wäre es um ihn geschen. Die
Hölle als Ort der Sühne für die unvorsätzlichen Verfehlung verliert
seine Kraft, sie ist als Ort der Sühne für vorsätzliche Verfehlungen
bedacht. Die Widergutmachung möge, dies ist die Absicht, das
Wohlwollen des Menschen gegenüber Allah und vielmehr der Menschheit
symbolisieren. Die Abschaffung und Milderung des Schadens, welche durch
eine Verfehlung irgendeines Grades entsteht, bewirkt erst die
Wiedergutmachung. Allah bestraft nicht im Dies- wie im Jenseits
diejenigen die auf Erden durch die Verfehlung sich für schuldig
erklären. Die Harmonie der göttlichen Ordnung auf dem Universum ist
der Sinn und Zweck des rechten Pfades. Dies sei die eine Seite der
Erklärung, die andere Seite ist das Erkennen der Verfehlung, die den
Ausgang aus der selbstverschuldeten Ignoranz der göttlichen Ordnung,
welches auf Erden die Gerechtigkeit abverlangt, herbeiführet im
Bewusstsein der Glückseligkeit im Diesseits. Die Verfehlungen haben
stetts ein Bezug zum Verfehler selbst, aber niemals zu Allah, welcher
frei von Verfehlungen ist, wobei er die erdachte Verfehlung zu
verschaffen vermag und dies auch tut. Das Dilemma, welches vor der
Menschheit darsteht, tangiert Allah nicht. Allah wirkt unabhängig und
souverän ins Geschen ein. Dies ist eine Fragestellung, welches uns
sich verschließt, nicht aus dem Grunde, weil unser Verstand, dies
nicht zu beantworten vermag, vielmehr diese Frage nach dem
Ur-Schuldigen, stellt sich für den Gottesfürchtigen nicht. Die
ausgleichende Gerechtigkeit ist für Diesseits im Personenrecht durch
die Gnade Allahs verankert. Das berühmte Prinzip Auge um Auge, Zahn um
Zahn findet als ein Ansatz für zwischenmenschliche
Auseinandersetzungen seinen Eingang in den Koran.

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Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:24 pm

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Demut des Untertans

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Die Armut, gemeint sei die Demut, des Untertan Allahs bewegt sich auf
dem Pfade des rechten Weges, welche die Tugend impliziert, verschließt
sich den weltlichen Gütern und Lüsten, die sich um den Armen,
versammelt darliegen, wartend darauf, dass man sie doch aufhebe. Wie
behaftet sich die Materie durch ihre Schwere an den Himmel? Erst,
jedoch durch Gnade Allahs erfasst, wird man der Welt sich wiederkehren,
wobei eine Existenz des Dies- wie Jenseits für den tapferen Betrachter
sich in Nichts aufgelöst ist. Seine Blicke mögen immerwährend dem
Schöpfer gewandt sein, dennoch erwischt uns die falsche Einsicht von
Zeit zu Zeit, damit wir uns beugen mögen, um sich den weltlichen
Gütern und Lustspielen des Triebs zu widmen. Die prophetische
Überlieferung gibt uns die Kunde von drei Dingen, Entitäten des
Diesseits, zu denen wir uns hingezogen fühlen um zugleich die Zuflucht
beim Schöpfer anzuflehen, diese seien genannt als unser
Gegengeschlecht, die Weiblichkeit, ferner, die Duftnote in der
Schöpfung, welche die Sinnhaftigkeit behaftet,und zu letzt das Gebet
im Laufe des Tages, verteilt auf die Tagesabschnitte. Das Gebet im
Islam ist die Verneigung vor dem Schöpfer selbst, der heimlichste Ort
der Gottesnähe, so wird überliefert, ist der Stirnfall des Beters.
Dort an jenem verschloßenem Orte erschließt sich uns die Schau Allahs
durch sein Wesen in sein Wesen mit seiner Gnade herbeigeholt, wobei der
gebührende Abstand durch die erforderliche Distanz vorgegeben ist.Wir
symbolisieren durch ein zweimaligen Stirnfall. Wie oft verwechselt der
Gläubige sich selbst mit dem Schöpfer, ohne die Kunde sich selbst
betrachtet zu haben. Der Fall ist umso tiefer und die verwirrte
Überzeugung kommt als eine Verdrehung der Liebeserfahrung herbei, was
sich in der Blindheit des Herzens zu Tage kommt. Wenn alles sich
auflöst, so glaubt man zu berichten, bleibt bis in die Ewigkeit der
Anblick in dem Moment gefangen, was nebei bemerkt, nicht auf ein Schau
in das Wesenzug Allahs gerichtet ist. Es ist das seelische Stadium,
makam, wovor die Weisen sich fürchten. Der Stillstand ist gefürchtet
seit der Vertreibung des Statthalter des Bösen, worin sich seine
Ignoranz zeigt. Nicht die Verleumdung hat ihn aus dem Reiche Allahs
verwiesen, wie bekannt, sondern seine Auflehnung als ein Akt seiner
Verblendung durch sich selbst, es erreichte nicht die Erkenntnis
erlangt zu haben, er könne Allah bekunden, während er Allah erkundet
habe. Der Vorsatz mag hier zu dem bekannten Fall geführt haben,
welchen die Weisen uns warnend erklären. Jede alltägliche Handlung
möge, so wird und gelehrt, beginnen mit dem sinngemäßen Satz: Ich
suche Zuflucht bei Allah vor demjenigen Teufel, welcher vertrieben
ward, erschaffen aus dem Elemente Feuer als ein Teilelement der Welt.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:23 pm

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Quelle der Tradition

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Unsere Tradition, gemeint die Quelle unserer Erkenntnisse, sind der
Tradition des Propheten verpflichtet. Alles darüber, wie darunter ist
dem Pfad des Irrtums verfallen. Die Bahnen des rechten Pfades
verzweigen sich nicht. Die Erkenntnis ist bei Allah zu suchen, alles
was außerhalb dieser Sphäre sich befindet ist seinem Wesen
entsprungen, dennoch liegt in diesem die Gefahr sich der Ignoranz
fallen zu lassen. Wir beschuldigen die Ungläubigen nicht mit dem
Unglauben, nicht das sie Allah leugnen und an einem höheren Wesen
glauben, wir erfassen sie mit dem Vorwurf des Ignorantentums. Wer die
Botschaft ignoriert, hat die irdischen wie himmlichen Konsequenzen zu
ertragen.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:22 pm

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Träger des Wissens

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Genommen ist der Menschheit der Sinn der Wahrheit nimmer, genommen wird
sein die Gelehrsamkeit, welche zu erkennen vermag. Überliefert durch
den Gesandten Allahs, heisst es im wörtlichem Sinne, nicht das Wissen
wird euch Allah wegnehmen, die Träger des Wissens werden euch
weggenommen werden. Wer die Erben des göttlichen Wissens einkerkert,
wird nimmer mehr froh werden. Die Entfesselung des Wissen kann nur zum
Absturz führen, wenn sie sich entfernt von der prophetischen Tradition.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:21 pm

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Schattenreich der Wahrheit

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Lob und Anerkennung gehören dem Schöpfer, namentlich sei es hier
genannt, Allah, wie erschöpfend die Mühe sich dem Erkenntnisse zu
weihen, dem Schöpfer näher zu betrachten, gewiss nur die
Überlieferung des Propheten, ihm die Hand reichen, damit man
eingeweiht werde, in die Geheimnisse des Erkennens. Die Botschaft sei
ausgesprochen, nur dahingehend seien die Geheimnisse zu enträtseln,
bis sich die Zunge sich von selbst schneidet, da es kaum das Logos
erfassen kann, welches dahinter sich verstecken vermag. Erkenne Dich
selbst in erster Instanz, bevor die erkennen kannst, was das Universum
in Innern festhält. Leicht gesagt als getan erscheint diese
simplifizierte Formulierung, darin liegt ja gerade die Wahrheit, die
zwar offen sich seit der Genesis verkündet, dennoch ihre Kraft die
Geister bricht, dass diese die Erkenntnis im Schattenreich der
Wahrheit die Erkenntnis suchen.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:18 pm

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Sicht der Realis

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Gewissheit liegt der Menschennatur gerade zu rechten Zeit fern, wenn es
heisst Abschied zu nehmen. Das Moment des Ablebens, ist nach
prophetischer Überlieferung der Sicht der Realis. Die Antworten werden
vorweggenommen sein, auf die Fragen, welche sich jedes menschliche
Wesen nach Berufung über die eigene Existenz gestellt hat. Es ist
nicht die Stunde der Wahrheit, es ist die Stunde der Ankündigung. Der
Tod ist der Gast, welcher mag unwillkomen sein, dennoch die frohe
Botschaft der Erlösung verkündet. Schmerz und Freude gehen in sich
auf, wie Beschaffen das Individuum gelebt hat und wie sich seine
Zukunft in der Gegenwart beschaffen wurde.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:17 pm

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Kette der mystischen Wächter

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Es sei nicht erwähnt, was sich gebührt und was sich nicht gebührt.
Dies ergiesse sich in das Herz des Anrufers durch den Meister, welcher
den Ersuchende aufnehme in die Kette der Wächter über das
Vermächtnis des Propheten. Ziel der Initiation sei nicht, sich auf
Wohlwollen der Tapferen und Weisen stetig zu berufen, welche durch
Dienen an Gott sich nun bei Gott befinden dürfen. Möge uns Schöpfer
und Gebieter über unser Willen ungeschen wirken lassen, was unser
Schicksal durch die Feder hat begonnen. Der Weg sei nicht
gekennzeichnet durch die Leichtigkeit des Fortschreitens auf dem Pfad
der Tugend, vielmehr sei die ewige Mühe sich hier zu behaupten das
Leitmotiv unseren Tuns. Die Erkenntnisse strudeln aus der Quelle des
Nachdenkens über die Schöpfung und dem Schöpfer selbst, bevor dies
sei das nachdenken über die eigene Existenz gefragt, welche in sich
das verhüllt, was sich im nachhinein zeigen wird.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:15 pm

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