Journal of Ottoman Calligraphy

Lectures & Editorials on Calligraphy

Verfehlungen

leave a comment »

Die Sünde, Haram, ist die Verfehlung des Menschen, wobei er auf die
Stufe des Ignoranten hinabsteigt. Gäbe es die Gnade mit dem Freispruch
nicht, einhergehend mit der Tat einer Wiedergutmachung als
Gegenleistung für die Verfehlung, so wäre es um ihn geschen. Die
Hölle als Ort der Sühne für die unvorsätzlichen Verfehlung verliert
seine Kraft, sie ist als Ort der Sühne für vorsätzliche Verfehlungen
bedacht. Die Widergutmachung möge, dies ist die Absicht, das
Wohlwollen des Menschen gegenüber Allah und vielmehr der Menschheit
symbolisieren. Die Abschaffung und Milderung des Schadens, welche durch
eine Verfehlung irgendeines Grades entsteht, bewirkt erst die
Wiedergutmachung. Allah bestraft nicht im Dies- wie im Jenseits
diejenigen die auf Erden durch die Verfehlung sich für schuldig
erklären. Die Harmonie der göttlichen Ordnung auf dem Universum ist
der Sinn und Zweck des rechten Pfades. Dies sei die eine Seite der
Erklärung, die andere Seite ist das Erkennen der Verfehlung, die den
Ausgang aus der selbstverschuldeten Ignoranz der göttlichen Ordnung,
welches auf Erden die Gerechtigkeit abverlangt, herbeiführet im
Bewusstsein der Glückseligkeit im Diesseits. Die Verfehlungen haben
stetts ein Bezug zum Verfehler selbst, aber niemals zu Allah, welcher
frei von Verfehlungen ist, wobei er die erdachte Verfehlung zu
verschaffen vermag und dies auch tut. Das Dilemma, welches vor der
Menschheit darsteht, tangiert Allah nicht. Allah wirkt unabhängig und
souverän ins Geschen ein. Dies ist eine Fragestellung, welches uns
sich verschließt, nicht aus dem Grunde, weil unser Verstand, dies
nicht zu beantworten vermag, vielmehr diese Frage nach dem
Ur-Schuldigen, stellt sich für den Gottesfürchtigen nicht. Die
ausgleichende Gerechtigkeit ist für Diesseits im Personenrecht durch
die Gnade Allahs verankert. Das berühmte Prinzip Auge um Auge, Zahn um
Zahn findet als ein Ansatz für zwischenmenschliche
Auseinandersetzungen seinen Eingang in den Koran.

Advertisements

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:24 pm

Posted in Uncategorized

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: