Journal of Ottoman Calligraphy

Lectures & Editorials on Calligraphy

Archive for July 2005

Vom Nachtigall

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In der Sehnsucht nach göttlicher Liebe verbirgt sich die Gefahr des Erblindet-Seins hiernach ist der Ausruf von Hallaj nur verständlich: Ich bin Wahrheit, nicht aber die Kunde: Ich bin die Wahrheit. Das erstere impliziert die Partikularität des Einzelnen in der Schöpfung, während das Letztere auf den Schöpfer unmittelbar hinweist. Gesegnet sei Allah, welcher uns erschuf, um erkannt zu werden ohne sich sich zum Erkennen frei zu geben. Was zerbricht hier, wenn nicht der Beschauer selbst. Gesegnet sei Allah ferner für die Güter, welche er erschuf um erneut sich die Anerkennung zusprechen zu lassen, je nach Schöpfungsinn und -moment des Geschöpfes. Der Nachtigall wird Allah, wie erhaben er sei, ähnlich preisen, wie der schwarze Rabe. Jeder in der Sprache und Takt wie es ihn zugesprochen ward. Gewiss selten sind die, welche die Wahrheit nicht durch das Wissen erlangt haben, zu finden. Ertränkt die Liebe zu Allah nicht uns, und verblinden wir nicht und kehren von der Reise zurück, so erwartet uns der Thron auf Erden und Himmeln, sprich dem Paradiese Allahs, wo der Wächter und Hüter Ridvan, ewiger Friede sein über ihn, uns erwartet.

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July 25, 2005 at 7:02 pm

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Im Schoße der Unkenntnis

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Wie gewiss und beflissen erscheint die irdische Macht, ein Abbild als
solches der allumfassenden Göttlichen. Geht sie hin und führt den
Erdenmenschen verschlungen durch Gut und Böse, so erschleicht sie das
Geheimnis was im Innern verborgen ruht. Wenn alle sprechten nun: Sieh
her, da bin ich! Hier gesehen, wäre ein Stein vom Herzen gefallen. Es
wäre nur der Stein der Veblendung, welcher angesammelt dich fern
hält, won der Berufung, die dir bevorsteht. Verbringe die Tage und
Nächte im Schoße der Unkenntnis, welche dir armselig zuruft, da bin
ich dein Glück auf Erden und Himmel.

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July 25, 2005 at 6:31 pm

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Thron Allahs

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Ungebührlich erscheint die Beschäftigung mit der Philosophie, wenn
die tiefen Schichten der mystischen Erkenntnis hinaufsteigen in dem
Himmel, wo der Thron Allahs steht mit den Zeichen der Zeichen, die
Quelle der Erkenntnis sprudelt nicht was dem vertrübenden Verstand,
welcher sich durchbahnen will mit Hilfe der Vernunft, zum Schaue Allah.
Die Fragen der Philosophen nach Existenz und das Hinterfragen erscheint
uns als Diabolikum. Verneint ist für immerwährend die Wissenschaft
der Erkenntnis, was gepflegt daher streichend naht, unbeschadet der
Güter die sie verspricht. Allah brach mit seinem Diener Luzifer, weil
dieser zu Wissen gedurstet, begnadet zum Lehrmeister im Paradiese der
vier Erzengel, sapere aude beging. Sams ermaht seinen Schüler, den
grossen Mevlana: “Verwerfe die Bücher in den Brunnen.” Dieser
zögernd, Jener in Liebe aufgelöst wirf selbst was auf Pergament mit
Tinte verfasst in den Ozean der Liebe und greift im nächtsten Moment
in das mit Tinte schwarz getrübte Brunnenwasser, um unverstaubt, wie
sie einst im Buchregal standen, das Hineigeworfene herauszufischen.
Verwerfe dein Wissen und was du glaubst fälschlicherweise zu besitzen,
damit du in aller Ewigkeit erlöst bist, was dich knechtet. Kehre Heim
zum Vater, der dich erschaffen hat aus getrübtem Wasser. Kehre endlich
Heim zum Geliebten.

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July 25, 2005 at 6:30 pm

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Das islamische Universum

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Betrachtet aus der Sicht der westlichen Intellektuellen, erscheint die
islamische Philosophie als ein Ableger der griechisch-römischen
Philosophie, in arabische Gewänder gehüllt. Ihre Bestimmung sieht man
nur in der Rolle des Vermittlers, welcher das Erbe der Antike
aufbewahrt und weiterzugeben hatte. Betrachtet man dahingegen die
islamische Philosophie in der islamischen Tradition, die auf zwölf
Jahrhunderte Vergangenheit zurückblicken darf, so erscheint sie nicht
nur islamisch als eine Ansammlung selbstständiger Denksysteme, sie ist
durch und durch, wie alles islamisch geprägt vom Koran, als Quelle der
Inspiration. Die islamische Philosophie ist nicht nur islamisch wie
alles nur islamisch sein kann, das in Berührung mit den Heiligen Buch
Koran und der prophetischen Tradition in Berührung kam, ferner das
hier nicht nur eine Kultivierung zum Islam durch muslimische Denker zu
suchen ist, es liegt in der Natur der islamischen Offenbarung, dass das
philosophische System einverleibt daherkommt. Sie findet ihre
Befruchtung und geistige Inspiration in der göttlichen Offenbarung des
Korans und liefert als Früchte die Kontroverse mit dieser Offenbarung.
Alle islamischen Philosophen von al-Kindi bis heute lebten in einem
islamischen Universum, welches durch die Raelität des Korans und der
Hadith dominiert war. Anschaulich genug lebten sie im islamischen Recht
in der Welt der Shariah und praktizierten als Gläubige Moslems das
tägliche Gebet gegen Mekka. Berühmte Philosophen wie Ibn Sina,
bekannt als Avicenna in der westlichen Hemisphäre, and Ibn Rushd,
bekannt als Averroes, besuchten die Moschee , der Letztere war Qadi in
Cordoba, was dafür sprach, wie verhaftet sie ihrer islamische
Lebenskultur waren. Die islamische Philosophie erscheint hier als eine
“prophetische Philosophie” die eine radikale Transformation ausgehend
von der Offenbarung im Koran über die Sunna des Propheten zur
islamischen Philosophie durchmachte. Der Einfluß der Urquellen des
Islams, Koran und Sunna, beherrschte das Philosophieren und
ermöglichte eine islamische Philosophie, welcher sich mit den Themen
der Offenbarung, Realität, Existenz zu beschäftigen in der Lage war.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:29 pm

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Haus Allahs

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Nun, sei gesagt, was herbeieilt, wenn sich das Herz, das Haus Allahs,
öffnet: Es gibt keinen Gott außer Allah. Wie umfassend dieser Spruch
aus dem tiefgründigen Wesen Allahs in uns eindringt, so verlangt sie
jedoch das Innehalten um nicht zu brechen. Fallen jedoch die Hüllen
des Herzens durch diesen Spruch, so vermag sie keine Macht aufzuhalten,
sie strebt und strebt zum dem Wesen, ohne zu wissen das es nur ein
Streben und Streber geben kann, nämlich die Liebe Allahs zu sich
selbst, reklektierend in seiner Schöpfung. Es bleibt untertänig zu
sagen: Allah ist Gross, denn nur Du mein Ersehnter kannst Dich in
Deiner Herrlichkeit angmessen huldigen.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:29 pm

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Erhabenheit des Schöpfers

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Anerkennung gebührt allein Allah, welcher sich selbst genügt.
Ignorantentum seiner Gaben an die Menschlichkeit bezeichnen wir als die
Abwesenheit von Anerkennung des Dankes an Allah. Wir bedanken uns beim
Schöpfer um danken zu dürfen. Es ist kein Tausch von Gütern, wir
empfangen stets gemäß der Milde Allahs im Diesseits wie im Jenseits
wie wir durch den von Allahs empfangen werden. Huldigung für die
geistigen und materiellen Gaben an uns ist lediglich das Zeichen seiner
Barmherzigkeit und Güte, ohne, welche die Menschheit in der
Abwesenheit dieser Attribute, von Zeit zu Zeit in Probe gestellt wird.
Die Bücher berichten uns über die Völker, welche durch die
Undankbarkeit gegenüber Allah vernichtet worden sind. Dank und
Anerkennung ist die Vorbedingung für das Anhalten des göttlichen
Zuschenkens und Reichtums, wie sie auch Zeichen sind, welche eine
Prüfung im Umgange dieser Güter darstellen. Wahrlich ist der Mensch
unzufrieden mit seinem Schicksal und bereichert sich so oft ungerecht,
welche die Ungerechtigkeit auf Erden hervorquellen läßt.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:27 pm

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Inthronisation des Geistes

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Die Insel auf welcher wir gestrandet weilen, erfordert eine
Urbanisierung, so lange wir auf ihr verweilen, bedeutet dies nun eine
Kultivierung der menschlichen Daseinsform? Aber eine Form die
gottgegeben erscheint, bedarf keine Art des Kultivierens.Bekanntlich
neigen wir zu Dingen, die außerhalb unseres Dasein liegen und
benötigen alltäglich die immer wiederkehrende Zusprache, wie
unverhofft unsere Ankunft hier auf der Insel gekommen sei. Änderungen
herbeizuführen bedarf es nicht, solange wir denken gottesfürchtig zu
leben. Was uns als modern erscheint wird in einhundert Jahren als
Ancien Regime ercheinen. So sehen wir die Entwicklung der eigenen
Kultur, der islamischen Zivilisation, – Stillstand bedeutet nicht
unmodern zu sein, als Klassiker zu gelten ist Genügsamkeit, welche wir
nicht missen sollten. Die Erkenntnisse der Meister in deren
Kettengliedern wir hoffen uns einreihen zu dürfen, geben uns die
Gewissheit und die Ruhe noch zu Lebzeiten auf diesem irdischen
Universum den rechten Platz einzunehmen und auf dem Pfad zu wandern,
welchen uns der Prophet lehrte. Jede geringe Abweichung von Wege Gottes
hat mit sich die Folge herbeigeführt, dass wir und unsere Vorväter
sich in einem Irrtum sich der Verfehlungen des Diesseits wiedergefunden
haben. Wenn alle Wege nach Medina führen, so soll uns dies genügen.
Jede Form der Irritation über die Tradition des Propheten ist daher
zugleich ein Weggehen von der Quelle, ja die Umleitung dieser Urquelle
der Wahrheit. Erwünscht sei dies nicht, vielmehr sei dies der Weg der
Häretiker, welche sich das Glauben schenken, im rechten
Glaubenbekenntnis zu leben, wobei sie durch die Weltlichkeit des
Verstands die Worte des Meister, die Traditionen des Propheten, welcher
ihnen verkündete, damit sie nur die Kunde von Allah erfahren,
vernachlässigen und die Anmaßung bekleiden, über den Gesandten zu
sprechen und ihm die Worte versuchen zu legen. Was diese deuten wollen
ist nur die Ignoranz der Abkehr von Welt und Herrschaft. Wissen sie
denn nicht, was sie damit bewirken, wenn sie über die Tradition sich
erlauben einen Gedanken zu machen? Sie sprechen in Namen dessen Recht
und Ordnung, ohne ihn einmal gesehen und seinen Vorträgen gelauscht zu
haben. Kein Gelehrter hat sich da Recht anzueignen um Rechtaussprache
zu üben, bevor er nicht vor dem Meister gekniet hat. Legitimation
durch den Propheten ist vonnöten um über die Gemeinde, Umma, zu
sprechen, dies und jenes vorzuschlagen, welches in Sinne des letzteren
sei. Es gleiche dies, als eine Inthronisation des menschlichen Geistes
über das göttliche Wissen und Willen.

Written by calligrapher

July 25, 2005 at 6:25 pm

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